Historie der Stiftung

50 Jahre Johanna und Fritz Buch Gedächtnis-Stiftung

Die Johanna und Fritz Buch Gedächtnis-Stiftung, die auf den Gebieten der Förderung der Erleichterung des Lebensabends betagter Menschen und der Förderung und Ausbildung von Wissenschaftlern tätig ist, beging im Jahre 2015 ihr 50-jähriges Jubiläum. Sie hat im Laufe ihres Bestehens für Förderungen über 7,5 Mio. Euro ausgegeben, darunter seit 1972 den Dr. Günther Buch-Preis und zuletzt jährliche Förderungen von über 250.000,00 Euro. Dies gibt Anlass, einen Blick zurück auf den Stifter (I.), die Errichtung der Stiftung (II.) und die seit dieser Zeit durchgeführten Förderungen zu werfen.

I. Der Stifter

Dr. Günther Buch – so charakterisiert ihn der erste Vorsitzende der Stiftung nach dem Tod des Stifters, Prof. Dr. Dr. Hans Joachim Weber – war „Eppendorfer von Geburt an, und das will in Hamburg etwas heißen. Dort lebten einfachere Leute, Handwerker, Mittelschicht, Kleinbetriebe, Haus an Haus.“ Des Stifters Vater, Fritz Buch kam aus Süddeutschland und war Kapitän bei der HAPAG. In den Jahren vor dem ersten Weltkrieg fuhr er auf der „Kap Arkona“ und lernte an Bord seine spätere Ehefrau Johanna kennen.

Am 28.07.1906 wurde ihr Sohn Günther geboren. Er durchlief die damalige Oberrealschule in der Hegestraße, im Volksmund „Hege-Penne“, studierte an der Hamburger Universität Jura und schloss dieses Studium im Alter von 23 Jahren mit dem Ersten Juristischen Staatsexamen im Jahr 1929 ab. Drei Jahre später bestand er die Große Juristische Staatsprüfung mit Auszeichnung. Von dem Vorsitzenden der Prüfungskommission, dem damaligen Senatspräsidenten am OLG und Vorsitzenden des Seerechtssenats, Dr. Gamm ist der Satz zu seinen Prüfungskollegen überliefert: „Heute, meine Herren, wurden wir geprüft.“

Dr. Buch, noch 1932 promoviert, trat seine ersten Dienste in der angesehenen am Alten Wall residierenden Hamburger Rechtsanwaltssozietät Kauffmann, Tentler, Kersten, Scherzberg (und später) Buch an, der nachmaligen Hamburger Kanzlei Scherzberg & Undritz, die später mit Feddersen Laule fusionierte, heute White & Gase LLP. Die englische Besatzungsmacht übertrug ihm nach dem zweiten Weltkrieg die treuhänderische Verwaltung des britischen Besitzes in Hamburg, darunter auch der Gesellschaft British American Tobacco (BAT). Dr. Buch war ein großer Förderer weiterer sozialer und kultureller Einrichtungen, richtete 1946 mit Hilfe der internationalen Verbindungen des Konzerns BAT eine Kleidersammlung ein, gründete die BAT-Stiftung zur Bildungsförderung, deren Unterstützung deutsche Anglistik-Studenten bereits in den 50-iger Jahren längere Aufenthalte in England verdankten, ebenso gründete er die Stiftung zur Förderung der Hamburgischen Staatsoper. Dr. Günther Buch verstarb am 24.09.1970 kinderlos und hatte seine von ihm 1965 ins Leben gerufene Stiftung zu seinem Alleinerben eingesetzt.

II. Gründung der Stiftung

Der Tod seiner Eltern im Oktober 1962 war ein wesentlicher Einschnitt im Leben Dr. Buchs. Er hatte mit ihnen zusammen die bescheidene 4-Zimmer-Wohnung in Eppendorf geteilt und pflegte mit ihnen ein herzliches Verhältnis. Nach ihrem Tod brach er in Hamburg alle Zelte ab, gab seine Anwaltszulassung zurück und zog in die Schweiz, und zwar in den Kanton Zug. Gleichwohl war es ihm ein Bedürfnis, zu Ehren des Andenkens seiner Eltern die Johanna und Fritz Buch Gedächtnis-Stiftung zu gründen, um damit das in größerem Rahmen weiter zu führen, was er privat gegenüber seinen Eltern liebevoll und fürsorglich vorgegeben hatte. Auch in Zukunft sollte betagten Menschen ein würdevoller Lebensabend ermöglicht werden.

Allerdings dauerte es noch eine ganze Weile, bis dieses Vorhaben in die Tat umgesetzt werden konnte. Dazu hatte der erste Stiftungsvorsitzende nach dem Tod von Dr. Buch, Prof. Dr. Hans Joachim Weber, den Dr. Buch seinerzeit als Betriebsarzt bei der BAT angestellt hatte, Kontakt zur Sozialbehörde aufgenommen. Mit Hilfe von Prof. Dr. Weber sowie des Referats Altenhilfe der Sozialbehörde, dort damals Frau Großner, gelang es, die Ziele der Stiftung zu konkretisieren.

So konnte auf Anraten des mit Dr. Buch befreundeten Rechtsanwalts Dr. Heinz Kuhlmann im Mai 1965 eine Stiftungssatzung formuliert werden. Diese rechtsfähige und selbständige Stiftung bürgerlichen Rechts wurde am 25.05.1965 von Dr. Günther Buch auf den Namen seiner Eltern als „Johanna und Fritz Buch Gedächtnis-Stiftung“ errichtet und verfolgt unmittelbar und ausschließlich gemeinnützige Zwecke durch die „Gewährung von Beistand und Leistungen an betagte Menschen zur Erleichterung ihres Lebensabends“ und „die Förderung der Wissenschaft auf den Gebieten der Forschung und Ausbildung von Wissenschaftlern“. Das erste Stiftungsvermögen betrug 10.000,00 DM und war „sicher zu belegen; mündelsichere Anlage ist nicht erforderlich“. Diese Bestimmung sollte später dazu führen, dass das Stiftungsvermögen ein erhebliches Wachstum erleben und nennenswerte Erträgnisse erwirtschaften konnte. Die so errichtete Stiftung wurde am 10.07.1965 durch die Senatskanzlei der Freien und Hansestadt Hamburg genehmigt.

Damit war ein erster Schritt getan, den Dr. Günther Buch durch die Errichtung seines Testaments vom 25.06.1966 noch intensivierte, nämlich dadurch, dass er die Johanna und Fritz Buch Gedächtnis-Stiftung zu Hamburg als Alleinerbin einsetzte. Zugleich ordnete er Testamentsvollstreckung an. Die Testamentsvollstrecker waren auch gleichzeitig Mitglieder des dreiköpfigen Stiftungsvorstands.

Bereits im Testament vom 25.06.1966 verfügte Dr. Buch, dass jährlich ein Preis für eine wissenschaftliche Arbeit ausgesetzt werden solle. Diese Bestimmung ist dann schließlich im Rahmen einer Satzungsänderung am 16.12.1971 in die Satzung aufgenommen worden.

Das Preisgeld von ursprünglich 5.000,00 DM, später 10.000,00 DM wurde nach der Euro-Umstellung im Jahr 2002 auf 10.000,00 Euro pro Jahr erhöht.

Dem ersten Stiftungsvorstand nach dem Tod von Dr. Buch gehörten neben dem schon erwähnten Prof. Dr. Hans Joachim Weber die frühere Haushälterin, Frau Anna Löbel, wohnhaft in Cham (Kanton Zug), und der Mit-Testamentsvollstrecker Rechtsanwalt Dr. Heinz Kuhlmann an.

Mit dem Tod der Frau Anna Löbel am 26.08.1994, floss der Stiftung noch einmal eine beträchtliche Summe aufgrund einer Schenkung von Todes wegen vom 27.09.1993 im Umfang eines Kurswertes von Januar 1995 von ca. 600.000,00 DM zu.